SchlossSchloß Tambach bei Coburg

Ein Bericht von Thomas Lüth
 

Regenvertreiber

Wie immer besuchten wir den Konzertort schon weit vor Beginn der Show. Und wie immer waren die Roadies schon dabei alles aufzubauen. Das kleine Waldschloß machte einen idyllischen Eindruck. Als sich in der nächstgelegenen Lokalität so langsam die Fans sammelten schien das Wetter nichts Gutes zu verheißen und es setzte auch bald Regen ein.
Verhältnismäßig pünktlich wurden die Besucher dann eingelassen und konnten sich platzieren. Zur Bühne ging es einen kleinen Anstieg hinauf was später manche Leuten doch Probleme beim Stehen bereitete. Das Auditorium war wie immer gut gefüllt und auch war das Gelände groß genug so dass es ausreichend Stehplätze gab.
Es regnete beschaulich vor sich hin bis die Geyers auf die Bühne kamen. Dann lichtete sich langsam der Himmel und Candice merkte später an, dass sie die Geyers deshalb so als Vorband schätzen weil diese immer den Regen vertrieben. Und es scheint wirklich so zu sein, da mitten in der Show wieder Regen einsetzte und BN dann gleich mal 'The clock ticks on' ansetzte und die Geyers auf die Bühne holte - und sofort hörte es auf zu regnen.
Nach einer, wie gewohnt, guten Show der Geyers dauerte es nicht mehr allzu lange bis die Einleitungsmusik aus den Lautsprechern klang um langsam auf den Hauptakt vorzubereiten.
Und dann kamen sie dann auch und eröffneten das Konzert mit 'Morning star'. Candice begrüßte danach in ihrer gewohnt charmanten Art das Publikum um 'Queen for a day' anzukündigen. Beim nächsten Titel erklärte Ritchie dann Candice warum der 'Under a violet moon' heißt. Freundlicherweise erzählte sie es auch uns dass Ritchies Mutter Violet und seine Großmutter Moon hieß. Vor 'Soldiers of fortune' folgte die übliche Ankündigung ob denn bekannt wäre dass Ritchie auch schon in anderen Bands gespielt hätte und Ritchie sagte - bei Eminem - worauf Candice meinte da hätte er wohl am liebsten 'Wanna be a gangster' gespielt. 'Durch den Wald zum Bachhaus' ging es im Konzert weiter um dann mit einem Gitarrensolo von Ritchie, welches 'Diamonds and rust' einleitete, weiterzugehen. Jedes Mal bekomme ich dabei Gänsehaut. Fantastisch vorgetragen und zum Heulen schön. Eins der Höhepunkte dieses Konzertes. Viele sollten noch folgen denn es war ein ausgesprochen gutes, nein, hervorragendes Konzert. Als nächstes 'Past time with good company' welches in 'Child in time' überging. Die Sisters sangen sich wieder die Kehle aus dem Leib und das Ganze endete in 'Mondtanz'.
Danach war dann 'Renaissance faire' angesagt und niemand hielt es mehr auf den Plätzen. Aber diesmal blieb es dann auch so. Niemand mochte sich mehr hinsetzen. Ritchie packte dann auch die Strat raus und stimmte 'Ariel' an. Nach dem Luftgeist meinte Candice dass Ritchie sich jedes Mal freue wenn er 'Home again' in Deutschland wäre - wohl wegen des Bieres was so gut schmecke. Nach allgemeinem Mitsingen kamen dann wieder die leisen Töne mit 'I still remember'. Die imitierten Sterne flimmerten dann auch wieder über die Bühne. Gut dass man die Dekoration dann nicht so gut wahrnahm. Jedes Mal frage ich mich was es nun darstellen soll. Wenn nicht die Silhouette einer Kleinstadt im Hintergrund wäre könnte man auch meinen es hingen Lianen an der Seite herunter. Aber ich interpretiere es mal als Weidenzweige, dass würde dann auch besser zum nun folgenden 'Wind in the willows' passen. Es fing dann auch wieder an zu regnen und wie oben schon erwähnt wurden die Rgenevertreiber wieder mit 'The clock ticks on' auf die Bühne geholt. Wer jetzt dachte dass Konzert sei zu Ende hatte sich getäuscht. Als Abschluss des Konzertes wurde es dann wieder ruhiger mit 'Ghost of a rose'. Candice erzählte dann auch wieder die Geschichte von Jacqueline Dupré und Elgar welche sie zu diesen Stück inspirierte.
Die Menge bedankte sich nach dem Konzert mit lautstarken Klatschen und forderte die Band damit auch gleich wieder auf die Bühne, was auch nicht allzu lange dauerte. Ich hoffte auf eine Eröffnung des Zugabenteils mit der Strat und damit auf eine rockigere Zugabe wurde aber enttäuscht. 'Loreley' war zwar der Opener für die Zugabe aber nicht wie schon so oft kraftvoll vorgetragen sonder eher etwas dünn. Man hörte David als Begleiter mit seinem Klaviersound schonrecht deutlich. Ritchie zeigte dann zu Tudor Rose, diese spielte ein Violinensolo und Ritchie verließ die Bühne. Nach einer Weile mit der Violine kam Ritchie mit der Strat zurück und setzte zu einem Solo an. Wie er mit der Melodie spielte, immer wieder neue Variationen einstreute, einfach fantastisch. Er war total in sein Spiel versunken und spielte und spielte. Ich glaube er war weg.
Dann ein ziemlich langes Solo von David an der Orgel. Kein Mensch auf der Bühne zu sehen außer David. Und er spielte immer wieder neue Themen an und weiter und weiter. Nach einer ganzen Weile dann die Ode an die Freude auf der Strat und es wurde zu 'St. Teresa' übergeleitet. Warum wurde dieses Lied nicht schon auf früheren Touren der letzten Jahre gespielt?
Das Publikum skandierte dann immer wieder 'Zugabe' und Ritchie ließ sich doch erweichen und gab mit 'Purple haze' und 'Sunshine of your life' noch Covers ab. Dann noch ein Stimmungsmacher und Mitsinger 'All for one' bis zum Schluss dann noch 'Black night' die Konzertbesucher in Selbige entließ.
Für mich eine der besten Shows die ich bis jetzt gesehen habe und im Zugabenteil vom Feinsten. Ein rundum gelungener Abend.
 

Showtime: 2 Stunden und rund 30 Minuten

Setlist:

Morning star
Queen for a day Part I & II
Under a violet moon
Soldier of fortune
Durch den Wald zum Bachhaus
Diamonds and rust
Past time with good company
Child in time - Mondtanz
Renaissance faire
Ariel
Home again
I still remember
Wind in the willows
The clock ticks on
Ghost of a rose

Zugabe:
Loreley
St. Teresa

Zugabe2:
Purple haze
Sunshine of your life
All for one
Black night