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Ein Bericht von Michael Höllen Die Kälte überspielt Nach dem grandiosen Konzert in Arnsberg im Jahr 2004 hatte ich mir vorgenommen, bei der nächsten Tour von Blackmores's Night wieder dabei zu sein. Seit April sind die Tourdaten 2005 bestätigt und ich hatte die Auswahl zwischen neun Konzerten in Deutchland. Die Abstimmung mit dem Familien-Ferienkalender war nicht ganz einfach - aber zu lösen. Zum Einstieg in den Urlaub gönne ich mir Karten für Chemnitz und Magdeburg. Als hätte es sogar die Deutsche Bahn geahnt - die Sommer-Sonderaktion bringt mich für nur 29 Euro mit dem ICE nach Chemnitz. Und auch das Hotel - über's Internet gebucht - erweist sich als sehr gute und dabei günstige Wahl. Was will man mehr? Wenn das keine guten Vorzeichen für ein gelungenes Wochenende mit Blackmore's Night Mit der Straßenbahn fahre ich vom Hotel in etwas 30 Minuten nach Klaffenbach. Die eingleisige Strecke windet sich durch verwunschenes Waldgebiet. Genau die richtige Umgebung für ein märchenhaftes Konzert. Auf den Parkplätzen vor der Schloß stehen bereits einige Fans in mittelalterlischen Kostümen und feiern offensichtlich freudig das Wiedersehen. Die Autokennzeichen verraten dabei weite Anreisen aus ganz Deutschland. Vor dem Eingang hat sich schon eine Schlange von ca. 100 Fans gebildet und zunehmend strömen weitere Fans heran. Wie üblich erfolgt eine Durchsage der Security zu Aufnahmegeräten für Ton-, Film und Foto. Auch Handys dürfen nicht mit rein bzw. müssen ausgeschaltet werden. Aber mal ehrlich: solche Geräte gab es im Mittelalter doch auch nicht ;-).
Als Vorgruppe sind heute die Geyers (www.geyers.net) angesagt. In ca. 30 Minuten geben die vier Musiker mittelalterliche Weisen zum Besten. Auch bleibt die Band keine Antwort auf die Frage "what shall we do with the drunken Geyers' schuldig. Besonders hat mir die tiefe Baßstimme von Albert Dannenmann gefallen (nein, das ist nicht doppelt gemoppelt - Auf der Bühne stehen vor Konzertbeginn auf Ritchies Seite acht Instrumente und auch die 'weiße Strat' entdecke ich weiter hinten halb verdeckt. An Rainbow-Zeiten erinnert das alte Spulentonbandgerät - diesmal aber ohne Spulen. 21:20 - endlich ist es soweit. Blackmore's Night beginnt das Konzert mit 'Way to Mandalay' sehr schwungvoll und mit 'Morning Star' geht es im flotten Tempo weiter. Ich glaube, Blackmore's Night muß sich warm spielen - denn die Temperatuen an diesem Abend sind herbstlich kalt. Man sieht den Atem der Musiker im Scheinwerferlicht und Ritchie wärmt sich zwischendurch immer wieder die Hände wie nach einer Schneeballschlacht durch 'reiben und reinpusten'
Danach folgt ein echter Knaller für Rainbow Fans: 'Ariel' ! Bei dem Song sang schon zu Rainbow-Zeiten Candice im Background mit (zu sehen auch in der Aufzeichnung vom WDR-Rockpalast, Düsseldorf 1996). Einfach GENIAL (!). Alte Erinnerungen an die Zeiten mit Rainbow werden in mir wach. Candice Stimme verleiht dem Song richtig Power - mir gefällt's! Schwungvoll geht es weiter mit 'Past Time with good Company' - Ritchie leitet den Song mit drei Zupfern über in den Purple-Klassiker 'Child in Time'. Wie schon im vergangenen Jahr machen die 'Sisters of the Moon' in dem Song einen perfekten Job. Die Brüller von Ian Gillan gehören damit der Vergangenheit an. Das Konzert geht weiter mit 'Loreley' - leider nicht mit der Strat - gefolgt von 'Temple of the King'. Candice zaubert mit ihrer Stimme eine tolle Stimmung in diesen wunderbaren Song und Ritchie spielt ein sehr gefühlvolles Solo mit der Bottlenack. Beim folgenden 'Home again' gibt es kaum noch ein Halten auf den Stühlen. Beim Refrain springen die Fans der Reihe nach auf und gehen voll mit. Während des Songs spendiert Ritchie einem Fan in der ersten Reihe einen Drink und passend dazu stimmt der Organist der Band, Bard David, opernverdächtig und stimmgewaltig 'drink, drink la la la la .....' an, um anschließend zur Melodie von 'Home again' zurückzukehren. Der Abend wird nun zur 'Spanish Night' mit wirklich atemberaubendem Gitarren- und Baßeinsatz. 'Ghost of a Rose' spielt Ritchie mit einem Kapodaster an seiner Gitarre. Begleitet von Sir Robert (zunächst auf der 12-saitigen Akustikgitarre, danach am Bass) endet der Song mit einem mächtigem Schlagzeugwirbel (Paukenklöppel) von Malcom Dick. Die Bühne erscheint in grünem Licht und die Deko wirkt ein wenig wie ein Urwald. Die Drehleier kommt auf die Bühne; es folgt 'The clock ticks on'. Ich sehe, dass DIE weiße Strat von dem behüteten Gehilfen des Meisters bereitgemacht wird. Aber sie kommt leider erst bei der Zugabe zum Einsatz. Als nächster Song steht 'Renaissance Faire' auf dem Programm. Etwas überraschend endet der Song erneut mit einem opernverdächtigen 'la la laaaaaaaa' von Bard David. Freunde von Sir Robert's Bass kamen beim nun folgenden 'I still remember' voll auf ihre Kosten. Nun gab es kein Halten mehr, die Fans strömen bis zur Bühne. Meine Notizen sind nachfolgend nicht mehr ganz vollständig. Kleine Dreher in den folgenden Zeilen bitte ich daher zu entschuldigen ;-) Blackmore's Night verschwindet nach einem Feuerwerk aus Drehleier, Flöte und Unterstützung der Geyers kurz von der Bühne. Ritchie Blackmore erscheint (endlich) mit der weißen Strat auf der Bühne - jeah, darauf haben scheinbar viele Fans gewartet - entsprechend begeistert fällt der Beifall der Menge noch vor dem ersten Ton der Zugabe aus. Ritchie greift trotz der Kälte ordentlich in die Saiten und neben Purple-Riffs (u.a.'Burn') und einem starken Einsatz der Strat bei St. Teresa folgt noch ein Orgelsolo vom Feinsten. Das Konzert ist nach gut 2:30 Stunden um 23:50 zu Ende. Die feuchte Kälte kroch allen Anwesenden in die Klamotten - die Gemütlichkeit eins lauen Sommerabends konnte leider nicht aufkommen. Der Auftakt der Tour 2005 ist aber mit Blick auf die Set-List durchaus gelungen. Showtime: 2 Stunden und rund 30 Minuten Setlist: Zugabe: (ungeordnet und nicht vollständig)
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