Rhein_Main_Theater_NiedernhausenRhein-Main-Theater in Niedernhausen

Bericht 1 - Michael Höllen
Bericht 2 - Uwe Sollmann
Bericht Fernsehgarten

Ein Bericht von Michael Höllen
www.stillcollins-fans.de

Déjà-vu

Die Deutschland-Tour von Blackmore's Night 2010 ist mit nur fünf Terminen ausgesprochen kurz. Für einige Bekannte und mich steht das Rhein-Main-Theater in Niedernhausen auf dem Programm und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Blackmore's Night.

Die Anfahrt aus dem Rheinland klappte prima. Andere Besucherinnen und Besucher sollen nach Foreneinträgen da wohl einige Probleme gehabt haben. Uns war sogar ein Parkplatz direkt neben dem Tour-Liner der Band vergönnt. Bei den ungemütlichen Temperaturen war es uns zudem ganz recht, dass wir heute Abend nicht Open-Air in einem Burggemäuer Platz nehmen müssen. Kurz vor 19 Uhr öffnen sich bereits die Türen zum Rhein-Main-Theater. Wir werden am Eingang nur kurz gefragt ob wir Fotogeräte dabei haben und dürfen dann ansonsten unkontrolliert das Theater betreten. Die Besucher verteilen sich schnell auf mehreren Etagen an den Getränkeausgaben, denn das Theater hat mehrere Ränge und Balkone. Gegen 19:35 öffnen sich auch die Zugänge zum Inneren des Theaters. An den verteilten Eingängen stehen lediglich Platzanweiser. Weitere Einlasskontrollen erfolgen nicht. Den 'Security-Richard' der letzten Jahre habe ich nicht entdecken können. Allerdings wird vor dem Konzert durch eine Ansage drastisch angedroht, dass das Konzert sofort abgebrochen wird, wenn während der Aufführung Fotogeräte entdeckt werden. So ganz passt das nicht zum Blitzlichtgewitter in den vorderen Reihen der BN-Fans.

Ein Blick ins Innere offenbart eine durch und durch plüschige Atmosphäre. Dicke rote Klappsessel in rot bestimmen das Ambiente. Die ansonsten sehr moderne Bauart des Gebäudes spiegelt sich im Innenraum in der viereckigen Form eines Kronleuchters wieder.

Wir nehmen auf dem mittleren Balkon in Reihe zwei Platz - die Sicht auf die Bühne ist prima. Fünf Minuten vor der Zeit beginnt bereits um 19:55 Albert Dannemann von den Geyers mit dem Support. Mit einem Dudelsack läuft er im Parkett durch die sich langsam füllenden Reihen des Theaters um am Ende der ersten Darbietung auf der Bühne zu erscheinen. "Ich bin die Vorgruppe" sagte Albert zur Begrüßung und hatte damit bereits alle Sympathien auf seiner Seite. In der Kürze liegt die Würze war vielleicht das Motto, denn nach nur vier weiteren Songs auf verschiedenen Dudelsäcken sowie auf einer 'Miniwhistle' kündigte er
Blackmore's Night an. Stundenlange Wartezeiten wie bei dem ersten Konzert 2010 scheinen sich hier in Niedernhausen nicht zu wiederholen. Um 20:50 geht es dann auch los, das Intro 'God save the Keg' aus den Vorjahren ertönt aus den Lautsprechern, das Licht verdunkelt sich und die Band erscheint auf der Bühne. Mit besonderem Applaus werden Candice Night und Ritchie Blackmore begrüßt. Los geht's.

Die Setist aus Kloster Buch wiederholt sich und irgendwie kommt mir der Konzertbeginn genauso vor wie im letzten Jahr - déjà-vu. Schwungvoll beginnt das Konzert mit den Songs 'Locked within the crystal ball' und 'Queen for a day I + II'. Liegt es an der Akustik auf dem Balkon? Die Violine übertönt das Gitarrenspiel von Ritchie Blackmore, von dem bei den ersten Songs viel zu wenig zu hören ist. Candice ist noch nicht ganz bei der Sache, einige Töne sitzen nicht ganz richtig. Aber mit ihrer sympathischen Art hat sie das Publikum von Anfang an fest im Griff. Es folgt der Klassiker 'Under a violet Moon' nebst der Aufforderung 'sing all together'. Leider tritt Ritchie das Solo an die Geigerin Gypsy Rose ab, die an diesem Abend einen ganz großartigen Job macht. Weiter geht es in gewohnter Manier mit der Ankündigung, dass Ritchie schon in einigen anderen Bands gespielt hat - aber zugegeben: der Song 'Soldiers of Fortune' ist auch immer wieder ein Höhepunkt in der Show von Blackmore's Night, der auf keiner Setlist fehlen darf. So auch an diesem Abend. Wunderbare
Stimme mit Gänsehautfeeling.

Die nächsten Songs bieten einem jahrelangen BN-Besucher ebenso wenig Neues. 'Durch den Wald zum Bachhaus' nebst der Rrrrrottweiler-Story und dem Telefon-Gag an den Keyboards. Ok, für viele ist das neu und es wird immer wieder gelacht. Es folgt 'World of Stone' mit Albert als dem 'stolen Geyer' und mystischen Blitzen auf der Leinwand.

Nun wird es Zeit, um einige Songs von der neuen CD 'Autumn Sky' in die Setlist einzubauen. 'All the fun of the Fayre' ist der erste Song von der erst am 3. September 2010 erschienenen CD. Ritchie kniet bei dem Song vor den Fans in der ersten Reihe.

Mein favorite song der neuen Scheibe ist die Nummer 4: 'Believe in me'. Bei dem Song passt für mich in Niedernhausen einfach alles - wunderbare klare Stimme, sehr gefühlvolle und leise Begleitung. Spitzenklasse!

Der folgende Solopart von Keyboard, Drums und Bass leiten über zum elektrischen Teil des Abends auf der Strat. Anders als in den Vorjahren wurde nicht Ariel (leider gar nicht) gespielt sondern es ging mit den Songs der neuen Scheibe 'Highland' und Journeyman weiter. Mir persönlich kam der Sound bei diesen Songs sehr 'verwummert und 'breiig' vor. Vielleicht lag es ja am Balkon! Ritchie hat sich eher auf die Rhythm-Guitar beschränkt und das Solo zu früheren Jahren doch eher kurz gehalten. Mit einem kurzen Intro (Ritchie's Blues) auf der legendären Stratoscaster folgen 'Loreley' und 'St. Teresa', die seit Jahren fast nie auf der Setlist fehlen. Bei 'Loreley' hält sich die Band in diesem Jahr etwas zurück und der Song wird leiser als gewohnt präsentiert. Mir gefällt die Version ausgesprochen gut.

Blackmore's Night denken aber nicht nur an die alten Fans aus Deep Purple und Rainbow Zeiten. Es folgt der Block mit - sorry - Fernsehgarten-Touch. 'Renaissance Faire', 'Home Again', 'Toast to Tomorrow' und Wind in the Willows. Bei der leisen Version von 'Wind in the Willows' fällt mir ganz besonders auf, wie sehr doch auch die Songs und Spielstätten in engem Zusammenhang stehen. Diesen Song an einem warmen Sommerabend im Burggemäuer zu erleben, ist wirklich eine ganz andere Welt!

Die Drehleier wird auf die Bühne gebracht. Zeit für 'The Clock Ticks On' in gewohnter Manier. Zur Freude vieler Fans folgt 'Fires at Midnight' mit einem wirklich tollen Akustik-Solo des Meisters. Nachfolgend kündet 'Dandelion Wine' vom nahenden Ende des Konzerts in Niedernhausen. Mit den Zugaben 'First of May' und 'The Village Lanterne' verabschieden
sich Blackmore's Night nach gut 2:35 Spielzeit von der Bühne. Am Ende werden von Ritchie gar einige Gäste der ersten Sitzreihe zum Tanz auf die Bühne gebeten. Das habe ich so bisher auch noch nicht erlebt.

Insgesamt bleibt ein überwiegend positiver Rückblick auf das Konzert in Niedernhausen mit vielen gewohnten (für einen langjährigen BN-Konzertbesucher) Elementen aber auch sehr schönen Songs der neuen CD.
 

Ein Bericht von Uwe Sollmann

Im Großen und Ganzen glücklich

Wir hatten mal wieder Sightseeing mit Blackmores Night verbunden und am Abend vor dem Konzert in Würzburg übernachtet. Besuche von Residenz und Festung sowie amNachmittag von Schloss Mespelbrunn stimmten uns auf die Konzerte ein. An der "Rhein-Main Halle" in Niedernhausen angekommen erwies sich diese als relativ kleine Venue.
Albert Dannemann begann den Abend mit seiner Ein-Mann-Show ("Ich bin das Vorprogramm"). Er machte seine Sache fuer die Umstaende sehr gut, trotzdem ist die Situation fuer ihn sicher nicht befriedigend, da er ja auch noch in der Band spielen muss.

Schön war dass der Grossteil des Fanclubs da war und die Pause zwischen Albert und BN wurde zum Plauschen weidlich genutzt. Bei der Gelegenheit entschieden wir entgegen unserer bisherigen Pläne zum Fernsehgarten am Sonntag mitzufahren

Die ersten 7 Songs (wenn man "God save the keg" mitrechnet) waren Business as usual und haben nicht wirklich Neues gebracht. Natuerlich hat dies auch immer mit dem Einspielen und der zu gewinnenden Sicherheit in der Band zu tun. "All the fun of the fayre" wurde trotz des frenetisch geforderten "Darkness" gespielt. Auch "Believe in me" eine solide Performance. "Highland" und "Journeyman" schoen gespielt an diesem Abend, aber nicht unbedingt überragend. Das änderte sich mit der ersten Fender-Improvisation um ein stark verändertes "Loreley". Das war überragendt, sollte aber in Hamburg noch übertroffen werden.

Difficult to cure/St.Teresa" vervollstaendigten den "Fender-Teil". Dann gab`s die drei Sing-alongs "Renaissance Faire"/"Home again" und "Toast" ergänzt um "Wind in the willows". Jetzt passierte Unerwartetes. Die Fans blieben sitzen sowohl bei "Clock" als auch bei "Fires". Warum ist mir unklar. Deshalb wurde direkt ein "Dandelion wine" angeschlossen, alles stand wieder und als Finale gabs ruhige Zugaben mit "First of May" und "Lantern". Die Fans machte ein doch im grossen und ganzen
gutes Konzert glücklich.

Auftritt im Fernsehgarten am Vormittag:

Eine relativ grosse Fangemeinde machte sich zum Fernsehgarten auf und wir liessen den Abend bis zur Playback Performance von "Highland" Revue passieren bei Bratwurst und Bier um 10:00 Uhr. Da wir direkt neben Ritchie standen noch ein Schmankerl am Rande. Das Attrappenkabel seiner Gitarre bestand aus einer Bügeleisenschnur. Da Ritchie wohl Bedenken hatte dass die Fans während der Performance drauftreten legte er das Kabel über eine Ritterrüstung. Als wir ihn fragten
wie ihm das Playback gefällt war die Antwort : Ž"Silly. Absolutely silly". Die Band verschwand nach der Performance wie immer recht schnell und wir machten uns müde und zufrieden auf den Heimweg. Was würde Hamburg bringen?

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Uwe und Christina

Showtime: 2 Stunden und 35 Minuten

Setlist:
Intro God save the keg
Locked within the crystal ball
Queen for a day
Under a violet moon
Soldiers of fortune
Durch den Wald zum Bachhaus
World of stone
All the fun of the fayre
Believe in me
Keyboard-, Bass- und Drumsolo
Highland
Journeyman
Loreley
Difficult to cure / St. Teresa
Renaissance faire
Home again
Toast to tomorrow
Wind in the willows
The clock ticks on
Fires at midnight
Dandelion wine


Zugabe:
1st of May
Old village lanterne