Stadthalle Chemnitz_kStadthalle in Chemnitz

Bericht 1- Thomas Lüth
Bericht 2 - Gerlinde Förster
Bericht 3 - Frank Schwarz

Ein Bericht von Thomas Lüth
Fotos Rainer Caspari

Black night in Chemnitz

Wow, was für ein Abend, was für ein Konzert!
Nach den doch etwas eintönig gewordenen Shows des letzten Jahres wieder Abwechslung und erfreuliche Frische. Aus meiner Sicht trug auch die neue Violinisten dazu bei. Die Synthesizereffekte in die elektronische Mottenkiste verbannt zu sehen bzw. (nicht) zu hören war eine Wohltat. Aber der Reihe nach.
Hallen haben zwar nicht den Flair von Burgen und Schlössern mit den stimmungsvollen Abenden, aber eben auch keine Kälte und Regen. Obwohl ich persönlich lieber Letzteres in Kauf nehmen würde, statt in den sterilen Betonburgen diese Musik zu genießen. Gut, zumindestens fiel die Ansteherei weg, da es ja Platzkarten gab. Wohltuend auch die nicht stattgefundenen Kontrollen am (Neben) Eingang, was man dann auch im Konzertsaal bemerkte. Soviel Blitzlichter, hielt sich aber in Grenzen, und Fotoapparate habe ich auf einen BN-Konzert noch nie gesehen. Die Atmosphäre war total entspannt, außer dem Chef der Security von BN. Der hetzte wieder durch die Reihen um Fotografiersünder zu ermahnen.
Fast pünktlich, auch nicht gerade gewöhnlich, gings dann mit Albert und Thomas von den Geyers los. Sie kamen musizierend aus dem casus_13781_kAuditorium auf die Bühne. Interessant eine Intonation der Ode an die Freude sowie gekonnt vorgetragene Stücke wie Turdion, Greensleeves oder auch Was wollen wir trinken. Nach einer halben Stunde verließen die zwei die Bühne.
God save the keg kündigte dann nach 21:00 Uhr endlich Blackmore's Night an, wobei der Übergang der Musik vom Band auf Live fließend war. Stimmungsvoller Beginn mit Locked within the crystal ball. Sehr schöne Abfolge der langsamen Titel nach Queen for a day.
Beim Bachhaus machte sich dann das erste Mal das Vorhandensein einer Violine als sehr positiv bemerkbar. Bei Home again die üblichen Einlagen mit Davids Trinklied und dem Wandersmann. Zur Beruhigung der Gemüter dann World of stone und Fires at midnight bis die Seelen sich beim ungarisch angehauchten Toast to tomorrow wieder aufzuheizen begannen. Wunderschön Rainbow eyes bis dann Ritchie nach einem Solo von David zur Strat griff und der rockige Teil der Show angesagt war.
casus_13838_kNachdem die Fans Black night intonierten spielte Ritchie dann auch Selbiges, gefolgt von Hey Joe, wo sich der Bassist nach der ersten Strophe, gesungen von Candice, als angehender Sänger entpuppte und Smoke on the water welches man ja auch nicht gerade sehr häufig von BN zu hören bekommt. Starkes Solo von Ritchie inbegriffen!
Als Zugabe nach dem letzten Titel des Hauptteils, The clock ticks on, dann noch The olde village lanterne und ein Medley aus Mid winters night und Dandelion wine. Danach hatte nicht nur ich das Gefühl, dass Ritchie wohl durchaus noch ein paar Titel dranhängen wollte, aber nach kurzer Rücksprache mit Candice nahm er dann doch die Gitarre ab und der Abspann vom Band fing an.
Es war ein sehr schönes und von der Geasmtlänge auch angemessenes Konzert. Weiter so und die Tour 2008 wird eine sehr Gute werden. Trotz des fehlenden Schlösser- und Burgenflairs.

 

Ein Bericht von Gerlinde Förster
Fotos Rainer Caspari

"..for free from Ritchie and Candice"

Begleitet wurde ich zu diesem Konzert von einer Freundin, die ich während meines Meisterlehrganges kennen gelernt habe...und die noch bis zum Beginn des Kozertes den Namen Blackmores Night nicht aussprechen konnte...smle...Obwohl wir nur Karten für Balkon dritte Reihe hatten (tja, wer zu spät kommt..), konnte ich sie überreden, nach Plündern meines Kleiderschrankes schön gewandet mit mir zum Konzert zu kommen.
An der Stadthalle angekommen, wartete die erste Überraschung auf uns. Der nette Herr von BN´s security (der sonst immer so den Mr.Important gibt) kommt strahlend gutgelaunt auf uns zu und schenkt uns zwei Karten vierte Reihe "..for free from Ritchie and Candice" ,weil wir gewandet erschienen sind . oh happy day !!! Ingesamt erschien das Chemnitzer Publikum feierlicher gekleidet, wogegen ich in Essen (bis auf Ausnahmen) den Eindruck hatte, auf einer Gewerkschaftsversammlung zu sein. Aber weiter - keine Security am Eingang, keiner wollte den Inhalt meiner Tasche sehen..und ich hatte vorsorglich die cam daheimgelassen !Was um so schlimmer war, da während des Konzertes viele fotografiert haben und Ritchie sich nicht einmal durch das Blitzlichtgewitter aus der Fassung bringen ließ !!!! Mr. Blackmore war ungewohnt locker und entspannt, gut gelaunt und und alberte und tanzte auf der Bühne herum, dass mir der Mund vor Staunen offen blieb. Wenn er sonst meist außerhalb der Spots im Halbdunkel versonnen seinem Instrument die Töne entlockt...diesmal tobte er förmlich am Bühnenrand herum, fiel vor´m Publikum auf die Knie (in der ersten Reihe saßen vermutlich ausgenommen Mitglieder des Fanclubs) , und er präsentierte mehrmals seine geheiligte Gitarre und ließ Fans darauf spielen.
Aber zurück zum Anfang....etwas verspätet eröffneten die Geyers wie gewohnt das Konzert mit einm etwa halbstündigem Programm...identisch zum Essener Konzert. Gegen 21:10 dann die ersten Töne von "God save the keg" und dann folgte Highlight auf Highlight...siehe Setlist. casus_13782_kZusätzlich zu den vorangegangenen Konzerten waren vom neuen Album "Peasants Promise" und "Rainbow Eyes" zu hören. Candice brillierte mit ihrer Stimme, scheinbar mühelos wechselte sie von zarter Elfenstimme zu rockigern fulminanten Tönen. Und zwischendurch immer Gealber und Geplänkel zwischen den wirklich ausgelassenen Musikanten. Gypsy Rose - wieder virtuos auf ihrer Geige - stellte Candice mit den Worten vor, sie wäre eine "Kleine Hexe" und wolle Ritchie umgarnen.
In einem anderen Forum wurde über den neuen Bassisten Earl Grey gesagt, er wäre farblos....diesmal trat er an den Bühnenrand und sagte "Today Ritchie allows me to say something.....Hallo!"...und sein Bass wer alles andere als farblos und einen Beweis, dass er auch singen kann, erbrachte er mit "Hey, Joe".
Die Setlist entwickelte sich auch scheinbar ganz spontan, oftmals fing Ritchie etwas an zu spielen, sah Candice auffordernd an wie : Nun rat mal, was du jetzt singen sollst !
Das Chemnitzer Publikum ging enthusiastisch mit, und war kaum auf den Stühlen zu halten. Bei "Home again" mußte Bard David sein Trinklied noch einmal wiederholen, und es war die ausgelassenste Stimmung, die ich je bei BN erlebt habe.
Bis einschließlich "Rainbow Eyes" hatte Ritchie ausschließlich die Akkustische benutzt, als er nach dem Orgelsolo zu "All For One " endlich mit der Strat auf die Bühne kam, gab es kein Halten mehr, das Publikum raste förmlich, jetzt saß keiner mehr....ein Wahnsinns Solo auf der Strat...(Franky, wo warst Du ??), danch Black Night, included "Hey, Joe".....Band und Publikum versuchte sich gegenseitig in der Lautstärke zu übertreffen, der Boden der Stadthalle vibrierte unter meinen Füßen. Allen Skeptikern zeigte Earl Grey, was er den vier Saiten seines Basses entlocken kann....Candice mutierte von der Elfe zur Rockröhre, ich denk mal, allen die den MK2- und Rainbow-Zeiten nachweinen, sollten hier die Ohren vom Stramm gefallen sein ! Und angeheizt durch die Wahnsinnsstimmung setzte Ritchie noch eins drauf, und spielte spontan "SOTW", hervorragend gesungen wiederum von Candice. WOW.
casus_13873_kAls Abschluß und absolutes Highlight "The clock tickes on", mit den Geyers...diesmal hatte Candice Not, sich noch Gehör zu verschaffen, ich glaub alle Regler waren auf Anschlag gedreht. Ende gegen 23.15, nach einer kleinen Verschnaufpause noch die drei Zugaben, Konzertlänge insgesamt 140 min .
Resümee: Bei diesem Konzert hat einfach alles gepaßt, von der Security angefangen übers Publikum hin zu diesem einmaligen Konzert einer super Band mit einem Ritchie Blackmore, wie wir ihn lieben. Erschöpft, heiser und glücklich verließ ich den Saal....meiner Freundin hat es auch sehr gut gefallen , wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie weiß, das sie etwas ganz Besonderes erleben durfte.

 

Ein Bericht von Frank Schwarz

Kein Autogramm

Blackmores Night erlebte ich das erste Mal mit meiner Frau 2005 in Klaffenbach. Wir waren begeistert! Logisch, das wir auch in Chemnitz 2008 dabei waren.
Am Nachmittag des 5. September machte ich mich gegen 16.00 Uhr auf den Weg zur Stadthalle Chemnitz, Seiteneingang. Mit der DVD Castles And Dreams untern Arm wartete ich auf Ritchie Blackmore und Candice Night. Ich hatte einen großen Wunsch, die DVD signieren lassen. Außer mir befanden sich nur zwei Securityleute, mit denen ich ins Gespräch kam, vor dem Seiteneingang. Es kamen drei Offizielle mit Tourausweisen um den Hals aus der Stadthalle und einer von den Typen, sagte: der da kann seine Autogramme vergessen. Es dauerte nicht lang und der Mitarbeiter der Security erklärte mir, er könne mich nicht weiter vor lassen. Kurze Hinweis von mir, es handelt sich um einen öffentlichen Platz und ich war immer noch der einzige Fan am Seiteneingang. 16.50 Uhr kamen sie, Candice und Ritchie ohne Begleitung den kurzen Weg zum Seiteneingang gelaufen. Einfach so, wie du und ich. Als ich auf sie zugehen wollte, wurde ich nicht vorgelassen. Drei Meter vor mir bogen sie zum Eingang ab, ich stand enttäuscht und verbittert mit meiner DVD, die im Übrigen super gemacht ist, da. Keine Chance, den Sicherheitsleuten mache ich keinen Vorwurf. Sie sagten nur: Autogramme seien nicht erwünscht, das wäre eine Anweisung. Ich war der Einzige der ein Autogramm wollte! Eine solche Chance wird es bestimmt nicht wieder geben. Ich hatte mich so sehr auf das Konzert gefreut, die gute Laune war erstmal dahin.
Mit Freunden gingen wir ins Konzert, ich war immer noch sauer und verbittert. Candice Night und Ritchie Blackmore standen vor mir und die Typen lassen mich einfach so wegtreten. Wenigstens habe ich noch ein Autogramm von Bard David, Keyboards, auf eine CD bekommen.
Nach den ersten Klängen war aber meine schlechte Laune vergessen. Meine Frau, ich und unsere Freunde ließen sich von Candice, Ritchie und der Band bezaubern. Es war einfach wunderbar! Danke Blackmores Night! Ein Super Konzert, gute Laune � auch Spiellaune und das Chemnitzer Publikum war ebenfalls sehr gut drauf. Die Chemnitzer sind dafür nicht unbedingt bekannt.
Allen die nicht zu Blackmores Night gekommen sind, es waren meiner Meinung nach leider zu viele Plätze frei, kann ich nur sagen: Ihr habt wirklich ein Highlight des Jahres verpasst.
Noch ein kurzer Hinweis von mir, das Schloss Augustusburg wäre auch eine super Kulisse für die nächste Tour. Also bis dahin, vielleicht in Augustusburg.

Frank Schwarz

 

Showtime: 2 Stunden und 20 Minuten

Setlist:

1. God save the keg (teil. von Band)
2. Locked within the crystal ball
3. Queen for a day
4. Under a violet Moon
5. Streets of London / Times they are a changing
6. Soldier of fortune
7. Durch den Wald zum Bachhaus
8. Gilded cage
9. Peasants promise
10. Home again
11. World of Stone
12. Fires at midnight
13. Toast to tomorrow
14. Renaissance faire
15. Rainbow eyes
16. All for one
17. Black night
18. Hey Joe
19. Smoke on the water
17. The clock ticks on (mit Albert und Thomas von den Geyers)

Zugabe:
The Old Village Lanterne
Mid winters night / Dandelion wine